Altes Silberbesteck lagert in vielen deutschen Haushalten ungenutzt in der Anrichte — geerbt, nie benutzt, vielleicht angelaufen und vergessen. Dabei kann ein vollständiges Silberservice aus dem letzten Jahrhundert einen erheblichen Materialwert haben. Doch nicht jedes glänzende Besteck ist echtes Silber. Wir erklären, wie Sie den Unterschied erkennen, welche Marken besonders begehrt sind und wie der Wert berechnet wird.
Der wichtigste erste Schritt: Den Stempel finden
Echtes Silberbesteck trägt immer einen eingestempelten Feingehaltsstempel. Dieser befindet sich auf der Rückseite des Griffendes, manchmal auch auf der Unterseite des Löffelkopfes. Suchen Sie mit einer Lupe nach einer dreistelligen Zahl — das ist Ihr wichtigstes Erkennungsmerkmal.
Häufigster Standard in Deutschland bis ~1980
Typisch für deutsches Besteck ab ca. 1880
Sterlingsilber, internationaler Premium-Standard
Neben der Feingehaltsangabe finden Sie auf echtem deutschem Silber oft auch einen Halbmondstempel (Reichsstempel für Silber) und einen Kronenstempel — beide wurden in Deutschland von 1888 bis 1953 als staatliche Prüfmarken verwendet. Das Vorhandensein dieser Stempel ist ein verlässliches Echtheitsmerkmal.
Was ist kein echtes Silber?
Vorsicht bei folgenden Bezeichnungen — sie klingen silberhaltig, sind es aber nicht:
- „Alpaka" oder „Neusilber": Eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink ohne jeden Silberanteil. Sieht silbern aus, ist aber wertlos in Bezug auf Edelmetall.
- „Versilbert" (90er, 100er Silberauflage): Ein unedler Metallkern mit einer dünnen Silberschicht. Die „90" oder „100" bezeichnet die Gramm Silberauflage pro 12 Stück, nicht den Feingehalt. Versilbertes Besteck hat kaum Materialwert.
- „EPNS" (Electro Plated Nickel Silver): Britische Bezeichnung für versilbertes Besteck.
Falls Sie sich unsicher sind, senden Sie uns einfach Fotos der Stempel. Wir identifizieren das Material kostenlos.
Welche Marken sind besonders gefragt?
Beim Silberbesteck spielt die Herstellermarke eine wichtige Rolle — sowohl für den Materialwert (der immer gleich ist) als auch für einen möglichen Sammlerwert darüber hinaus. Besonders bekannte und begehrte Marken sind:
WMF (Württembergische Metallwarenfabrik)
WMF aus Geislingen ist die wohl bekannteste deutsche Besteckmarke. Echtes WMF-Silberbesteck (erkennbar am WMF-Stempel mit Strauss-Logo) ist stabil nachgefragt. Besonders gesuchte Serien sind „Barock", „Chippendale" und „Rocaille". Aber Achtung: WMF produzierte auch versilbertes Alpaka-Besteck — der Stempel zeigt hier kein Feingehalt.
Bruckmann & Söhne
Die Heilbronner Silberwarenfabrik Bruckmann produzierte hochwertige Besteckserien aus 800er und 835er Silber. Stücke mit deutlichem Bruckmann-Stempel und Feingehaltsstempel sind bei Sammlern gefragt.
Koch & Bergfeld, Wilkens, Robbe & Berking
Weitere renommierte deutsche Silberschmiede, deren Besteck guten Materialwert und gelegentlich auch Sammlerwert besitzt. Robbe & Berking produziert noch heute in Flensburg und ist für seine handgefertigten Stücke bekannt.
Tipp: Vollständige Services (12 Gedecke = 12 × Messer, Gabel, Löffel, Dessertlöffel, ggf. weitere Teile) erzielen oft einen Aufschlag gegenüber dem reinen Materialwert — weil vollständige Sets für den Wiederverkauf attraktiver sind.
Wie wird der Wert berechnet?
Die Berechnung funktioniert genauso wie beim Gold — nur dass hier der Silberspot-Preis als Grundlage dient. Die Formel:
Ankaufswert = Gewicht (g) × Feingehalt × Silberspot (€/g) × Ankaufsfaktor
Bei einem 800er Silberlöffel mit 50 Gramm Gewicht und einem Silberpreis von 0,90 € pro Gramm 999er Silber ergibt sich: 50 × 0,800 × 0,90 × 0,88 ≈ 31,68 € nur für diesen einen Löffel. Ein vollständiges 12-teiliges Service kann so schnell auf 300–600 € kommen — je nach Gewicht, Feingehalt und Vollständigkeit.
Wie bereite ich Silberbesteck für den Verkauf vor?
- Nicht polieren: Silberputzmittel entfernen minimale Mengen Silber. Das reduziert das Gewicht und damit den Erlös. Schicken Sie angelaufenes Besteck ruhig as-is.
- Service komplett halten: Trennen Sie kein Service auseinander — ein vollständiges Set ist mehr wert als Einzelteile.
- Originaletui aufbewahren: Falls noch vorhanden, kann das originale Holzetui oder Samtkasten den Eindruck beim Verkauf verbessern.
- Stempel fotografieren: Machen Sie beim Einsenden von Fotos immer auch ein nahes Bild der Stempel — das beschleunigt die Bewertung erheblich.
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